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Samstag, 3. Dezember 2011

Yangshuo

Nach einer weiteren Nacht im (Party-) Zug erreichten wir am frühen morgen Guilin. Anschliessend gings mit einem Privatbus ins ca. zwei Stunden entfernte Yangshuo, eine Kleinstadt inmitten der bezaubernden Karstberge und wohl eine der schönsten Landschaften Chinas...

Im Zentrum von Yangshuo

In jeder Richtung die selbe Aussicht

Unweit von unserem Hotel

Das Wetter hier ist zum ersten Mal wieder richtig schön, Sonnenschein um die 25 Grad herum. Zum ersten Mal seit meiner Ankunft in China erinnert das hier an einen ganz normalen Sommerurlaub. Die engen Gassen sind voll mit Souvenirshops, Bars und Discotheken. Überall sieht man Backpacker oder Touristen. Auch gibt es einige kleine Reisebüros für Tagesausflüge, da es hier in der Gegend sehr viel zu sehen gibt und Sachen wie Rafting, Radfahren, Klettern, Höhlenbesichtigungen etc angeboten werden.

Am nachmittag sind wir auf einem Kleinboot ein Stück den Li-Fluss entlang geschippert (laut unserem Guide die schönste Landschaft innerhalb der Karstberge)

Der Li-Fluss etwas nördlich von Yangshuo mit hunderten von Kleinbooten

Alles sehr touristisch

Unser Boot

Eines der 'nine horses'

Hoffe jeder erkennt dass Pferd :)

Unser Boot, im Hintergrund unser Käpt'n

nice :)

 Bungee man

Sieht alles ein wenig ähnlich aus, ähnlich gigantisch :)

Das gleiche Bild ohne mich ist das Motiv der 20 Yuan Note

Abends stand die nächste Partynacht an, waren in einem kleinen Club, die Preise sind hier aber schon etwas höher als bisher in China. Haben dann ein wenig mit Chinesen getanzt die uns in ihre
VIP-Ecke eingeladen haben, den ganzen abend wurde uns Bier u Knabbereien (zum Beispiel Gurke mit Sojasauce!!) angeboten. Wir wurden ständig darum gebeten in ihrer Mitte zu tanzen während alle runherum Fotos von uns machten :) wohlgemerkt Männer, die Frauen sind da extrem schüchtern gegenüber Fremden :)

Am nächsten Tag stand ein Besuch einer Höhle auf dem Programm, in der es eine Heißwasserquelle sowie ein Schlammbad gibt. Waren ziemlich überrascht als wir ca 20 Minuten in das innere der Höhle liefen, kletterten oder teilweise fast krochen. War alles extrem eng, teilweise auch nur einen Meter hoch, zum Glück war Helmpflicht, hab mir glaub zehnmal den Kopf angestoßen. Irgendwann erreichten wir das Schlammbad, war eine Mordsgaudi, auch wenns anfangs recht kalt war :)

Weg zur Höhle

Ich frag mich heut noch wieso ich da extra meine (ehemals) weiße Badehose angezogen hab...

 The Monkey's !!!

Danach gings in die Heißwasserquelle, hatte genau die richtige Temperatur, würd sagen vielleicht 40° oder ein wenig mehr. Dazu in ungewohnter Umgebung, ziemlich dunkel, überall und bizarr geformte Felsen, Stalagmiten etc

Abends gab ich ein wenig Billardunterricht für meine Freunde aus England und Tischtennis Unterricht für unseren chinesischen Guide :))) Hab der Gruppe dann gesagt, dass Deutsche einfach alles können...glaube ich vertrete mein Heimatland ganz gut :))) Abends buchte ich mit Alex aus den Niederlanden den Flug nach Hanoi in Vietnam für den 29. November. Dort werden wir Phil, Corinne und Bysi aus der Gruppe wieder treffen.

Nach unserer (leider) letzten Nacht in Yangshuo gabs am frühen Morgen noch ne Stunde Kung Fu Unterricht, der Typ war bei weitem biegsamer als der Hasi, glaub den könnte man zusammenfalten und in einen Koffer legen. Hab mir jedenfalls beim besten Willen nicht vorstellen können, dass ein wenig morgentliches Herumhüpfen so anstrengend sein kann...

Abends folgte unser vorerst letzter Nachtzug (werden hoffentlich weitere in Vietnam oder Thailand folgen), von Guilin nach Shenzen. Von da passierten wir zu Fuß die Grenze zu Hong Kong...

Im Zug, Donna Rachel, Sam und Bysi

Cowboys im Zug, Grüße an Andi V. :)

Nach drei Wochen China gings also wieder zurück auf die Erde...

Good bye
Manu





Mittwoch, 30. November 2011

Three Gorges

ni hao again,

nun kam der wohl anstregendste Transfer auf uns zu, angefangen mit einer ca. 13 Stündigen Zugfahrt von Xi'an nach Chogqing. Wir haben zwar so gut wie nichts hier gesehen, allerdings kann ich nun sagen in der größten Stadt der Welt mit rund 30 Mio Einwohnern gewesen zu sein :)


 Am Bahnhof von Chongqing

 Menschenmassen, wie an jedem anderen Bahnhof in China

 Phil

Dann gings weiter mit einem öffentlichen Bus voller Chinesen, Dauer ca. 5 Stunden durch eine bergige Landschaft, immer wieder überquerten wir riesige Brücken und passierten kilometerlange Tunnel.  Leider konnt ich keine guten Bilder aus dem Bus schiessen, also müsst ihr mir einfach glauben, dass die Gegend echt klasse war :)

Mein Sitznachbar im Bus war ein Chinese, der nach der ersten Pause angefangen hat, neben mir genüsslich seine getrockneten Hühnerfüße zu knabbern, das ist hier sehr beliebt und man kann sie überall kaufen, vielleicht mit Salzstangen bei uns zu vergleichen. Naja ich fands jedenfalls widerwertig, hat fürchterlich gestunken. Als er dann fertig war hat er die Knochenreste zwischen seinen Zähnen einfach gegen das Fenster gespuckt, das war quasi das I-Tüpfelchen. Naja ich habs überlebt,

Danach gings noch mit einer Art Taxi weiter in eine kleine Hafenstadt am Jangtsekiang, wo wir auf unser Schiff warteten.

 
Im 'Taxi'

Als wir endlich an Bord gingen, waren wir ziemlich genau 24 Stunden unterwegs!! Grund genug sich abends noch ein paar Bier zu genehmigen. Das Schiff war allerdings sehr gewöhnungsbedürfig, kann mir nicht vorstellen, dass das durch einen deutschen TÜV kommen würde. Einige von uns wurden in ihren Zimmern dazu noch von Kakerlaken empfangen, ich hatte zum Glück keine :)

 
Das mittlere Schmuckstück war unseres

Frischer Fisch vom Fischer's Fritz :)

Meine Kajüt

Badezimmer, recht praktisch weil man sein Geschäft gleichzeitig mit ner Dusche erledigen kann :D

 Aufenthaltsraum im Boot

Völlig besoffener Chinese, der uns einen Stechschritt vorführte...

 hier mein persönliches Lieblingsbild der bisherigen Reise :)

 
 Am nächsten morgen, Blick aus meinem Zimmer

Am nächsten nachmittag gingen wir an Land und spazierten ein wenig in der anliegende Stadt und mieteten uns einer Art 4er Fahrrad. Ebenso wie am Bahnhof in Xi'an wurden wir von den Menschen dort natürlich wieder enorm beäugt...

Überall wurde gebaut, viele der über 1 Millionen zwangsumgesiedelten Personen (siehe weiter unten), sollen in der Stadt ein neues zu Hause finden.

Sieht fast ein wenig aus wie Monte Carlo

'on board' kamera

 War anstrengender als es aussieht

Die Jungs haben uns die ganze Zeit auf ihren Fahrrädern begleitet :)


 Blick auf den Jangktse

 Endlose Treppen um vom Fluss ins Zentrum der Stadt zu kommen

 
 Leider wars die meiste Zeit sehr neblig

 Am abend passierten wir dann die zweite der drei Schluchten, wirklich beeindruckende Gegend

 
Die zweite der 3 Schluchten

 Mit Phil und Corinne an der Spitze des Boots

 
nice :)

In der nächsten Früh gingen wir um 7 Uhr von Bord, anschliessend besuchten wir den Drei-Schluchten-Staudamm, dessen Projekt so teuer war wie die komplette Organisation der Olympischen Spiele in Beijing 2008. Das Projekt war allerdings ziemlich umstritten.
Auf der einen Seite gibt es viele Vorteile, so produziert das anliegende Kraftwerk 1 Bio kwh pro Jahr (weltweit am meisten) und der Jangtse ist für Schiffe besser navigierbar (denke mal weil er dadurch ruhiger geworden ist und weniger Strömungen hat) geworden ist. Außerdem ist er aufgrund seiner enormen Größe natürlich auch ein Touristenmagnet.

Auf der anderen Seite führte die Erhöhung des Wasserpegels um durchschnittlich 70 Meter (!!) dazu, dass ganze Großstädte mittlerweile weit unter dem Wasserspiegel liegen und somit weit mehr als 1 Millionen Menschen zwangsumgesiedelt werden mussten. Laut Guide bekamen diese Menschen zwar eine hohe Entschädigung sowie Arbeit und Vergünstigungen im sozialen Sektor. Hab aber mal in einer Doku gesehen, dass das nur Propaganda war und viele Menschen in Wirklichkeit so gut wie nichts erhalten haben.

Das komplette Projekt, für die Durchfahrt der insgesamt fünf Schleusen werden mehrere Stunden benötigt (rechte Seite), ein Schiffsaufzug für kleinere Schiffe wird gerade gebaut

Unvorstellbare Zahlen

Teil der Schleusenanlage

Blick von einer Aussichtsplatform auf den Damm

moi

Gruppenfoto vor dem Damm

Riesenbagger

kommt hier vielleicht nicht so rüber, ist aber ein verdammt großer Damm :)

In einer kleinen Parkanlage in der Nähe des Damms

Danach gings mit dem Bus ca 5 Stunden weiter nach Wutan, wo wir den Nachtzug nach Guilin bestiegen. Mittlerweile freuen wir uns aber fast ein wenig auf die 'Party' - Züge, mit ausreichend Bier kann man sogar in diesen fahrenden 'Zwangsjacken' Spaß haben :)

Bis demnächst
Manu