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Mittwoch, 4. Januar 2012

Sihanoukville

Suasdey aus Sihanoukville,

es ging wieder mal ans Meer, dieses mal an die Südküste Kambodschas nach Sihanoukville. Für die Strecke von knapp 250 km benötigt der Bus etwa sechs Stunden, wer die Straßen Kambodschas einmal gesehen hat weiß wieso. Das ist im übrigen noch eine der besseren Straßen im Land, sie wurde erst vor ein paar Jahren von US-Investoren gesponsort...denke mal um den Tourismus dort anzukurbeln (was, soviel vorab, definitiv gelungen ist)

Letzter Blick auf den Königspalast in Phnom Penh...

 Schon seltsam, auf der einen Seite ist Kambodscha eines der ärmsten Länder dieser Welt, auf der anderen Seite sieht man (bei weitem nicht nur in Phnom Penh) solche Prachtbauten...

Dann warens nur noch knapp drei Stunden...


Halt an einer der Autobahnraststätten

Wie so häufig (oder eigentlich fast immer) haben wir im Voraus kein Zimmer gebucht. Sobald der Bus ankommt, schwärmen Tuk Tuk Fahrer von allen Seiten wie die Heuschrecken heran um den Touristen die 'besten' Hostels anzubieten. Das klingt zwar ein wenig nach Abzocke, wir sind damit aber bisher immer ganz gut gefahren, auch hier in Sihanoukville.

Die Busbahnhöfe sind komischerweise immer etwas außerhalb des touristischen Zentrums...wahrscheinlich Mittel zum Zweck, da man zwingend ein Tuk Tuk braucht um zu seinem Hostel zu kommen


Kein Witz, das Wahrzeichen der Stadt ist...


der Kreisverkehr mit den 'Golden Lions' :)


Unser Bungalow


War zwar für kambodschanische Verhältnisse recht teuer (etwa 80 Dollar für fünf Nächte), jedoch kamen wir kurz vor Weihnachten an und die meisten Hostels nahe der Partymeile waren bereits vollständig ausgebucht


Unser etwa einminütiger Weg zum Strand

Am Strand angekommen waren wir schon etwas vom Anblick überrascht, das hatte eher was vom westlichen Massentourismus...war teilweise schwer ne Liege zu bekommen, obwohl der komplette etwa zwei km lange Strand davon gesäumt war


Beim Musikhören mit ein paar kleinen Dieben, die währenddessen unbemerkt unsere Rucksäcke geöffnet haben...gab aber nix zu holen bei mir :D

Überrascht waren wir von den vielen Kinderhändlern, die mit fünf, sechs oder sieben Jahren allesamt besser englisch sprechen konnten als die meisten Chinesen oder Vietnamesen, die wir bisher trafen. Daneben gabs wie in Vietnam wieder einen Ansturm von Masseusen, Verkäufern, Drogenhändlern oder Bettlern...


Teil des Hauptstrandes


:)


Kleiner Wasserpark im Meer

Gab jeden Tag auch noch einen recht schönen Sonnenuntergang zu sehen...





Mein Weihnachtsessen gabs dieses Jahr zur Abwechslung am Strand...konnt mich nicht zwischen Ente, Schwein und Rind Barbeceue entscheiden, habs mir einfach gemacht und alles genommen :)

Blick auf den Strand am abend..ebenfalls zwei km lang dasselbe Bild


Danach gings auf die Weihnachtsfeier. Die letzten Tage liefen am Strand überall Promoter rum und boten verschiedene Parties an, wir haben uns für eine Beach Party an einem entlegenen Strand entschieden...hingekommen sind wir mit nem kleinen Holzboot, die Fahrt war ca 45 Minuten durch die dunkle See. Mittendrin ist uns sogar der Sprit ausgegangen, war wohl als kleines Extra im Preis mit drin...

Meine nächste Englandgruppe...Bysi, Laura, Hayley, Hannah und Colette

Dort angekommen gabs ne ganz amüsante Lichtshow

Um ehrlich zu sein weiß ich nicht mehr allzu viel von dem abend, Schuld daran war wohl der Mekong Whisky mit Cola...manchmal ist es glaube ich doch besser den ein oder anderen Dollar mehr in richtigen Whiskey zu investieren :)  Die folgenden Bilder halfen mir ein wenig bei der Aufarbeitung der Feier (vor allem wieso mein Kopf und mein Hemd am nächsten morgen voller Farben war, das Hemd ist bis heute noch nicht sauber)

Frohe Weihnachten

Mit einem Singaporianer

Das Bild hat mich am meisten schockiert, hoff dir gefällts Lippi :)




Mit Andy...

 Mackenzie, Abbe und Jack, natürlich alle UK

Für die letzte Nacht sind wir noch ins Monkey Republic umgezogen, weil sämtliche Nachtbusse nach Siem Reap ausgebucht waren...war nicht verkehrt, die behaupten von sich selber die besten 'Dorms' in Asien zu besitzen...naja, es war ganz ok :)


Greets to the lost Monkey's Phil and Corinne

Achja Micha, da haben wir geskypt...und zwei Deutsche Mädels haben (leider) alles mitgehört :)

Absch(l)iessender Abend in Sihanoukville

Am nächsten Morgen gings nach etwa zwei Stunden Schlaf weiter über Phnom Penh nach Siem Reap, dem Ausgangspunkt für sämtliche Touren zum alten Königreich Angkor

Li hai! 



Montag, 26. Dezember 2011

Phnom Penh

Servus,

es ging also nach Kambodscha, nach Vietnam schon das zweite Land das nicht geplant war :) Mit dem Bus benötigten wir etwa sechs Stunden, an der vietnamesisch-kambodschanischen Grenze gab es glücklicherweise keinerlei Probleme. Dazu fanden wir auch direkt nach Ankunft in Phnom Penh ein gutes Hostel, erfolgreicher Tag also...

Unser Luxusbus nach Phnom Penh

Sah ein wenig aus wie im Orientexpress

Der beste Bus den wir bisher hatten, und wir hatten wirklich schon einige...

Kurz vor der Grenze

Vietnams Grenze

Tuk Tuk zum Hostel

Unser Schlafzimmer

Sogar mit Hightech-Dusche ausgestattet, das bedeutet manchmal gabs Warmwasser

 Gebraut nach dem kambodschanischen Reinheitsgebot :)

Der Typ rechts ist der Hostelmanager...der war die beiden Tage ständig am kiffen und saufen, bot uns sogar Gratis-Marihuana an...Sekunden bevor dieses Bild entstand hat er uns noch alles mögliche über Phnom Penh erzählt, bis er dann aus dem nichts eingenickt ist...Summa Summarum ein Wahnsinnstyp :)

Mittlweile Standard für mich...Bayern Live Stream spät nachts in der Lobby des Hostels, neben mir die schlafenden Angestellten :)


Am nächsten Tag mieteten wir uns ein Tuk Tuk für den gesamten Tag, 11 Dollar samt Fahrer Boora, einem guten Freund unseres Hostelmanagers

Tuk Tuk Tuk Tuk

Turm im typischen Khmerstil

Mönch :)

Teil des überaus imposanten Königspalastes

Hier ein kleines Tuk Tuk Video, aufgenommen während der Fahrt durch Phnom Penh...



Nachmittags wurden wir dann Zeuge der grausamen und traurigen Vergangenheit Phnom Penhs. Als die Roten Khmer mitte der 70er Jahre an die Macht kamen, wurde die Stadt, genau wie alle anderen Großstädte innerhalb drei Tagen zwangsevakuiert. Das Ideal des Führers Pol Pot war eine Arbeiterklasse, die ausschließlich aus Bauern bestehen sollte. Privatbesitz wurde außerdem über Nacht verboten, der Staat Kambodscha hieß nun 'Kampuchea', was soviel wie Organisation bedeutet. Pikanterweise wurden Lebensmittel ins Ausland verkauft um neue Waffen finanzieren zu können, auf der anderen Seite herrschte eine akute Hungersnot im gesamten Land.

Die Killing Fields von Choeung Ek sind das bekannteste der rund 300 Killing Fields aus der Zeit der Herrschaft der Roten Khmer in Kambodscha. Eingangs bekommt jeder einen Audio-Guide in seiner Sprache und spaziert etwa zwei Stunden über das Gelände, wobei an verschiedenen Stationen jeweils eine Geschichte erzählt wurde. Manchmal wurde man aufgefordert, sich während einer dieser Stationen hinzusetzen, da manche die teils unglaublich brutalen Geschichten vielleicht nicht so einfach verkraften würden. Geredet hat hier so gut wie niemand, hier und da sah man weinende Menschen. Mich persönlich hat das alles ebenso mitgenommen, man ist einfach nur fassungslos und in Gedanken zu was der Mensch imstande ist.

Vor allem Kambodschaner und einige wenige Ausländer wurden hier ohne fairen Prozess mitten in der Nacht hergebracht und umgehend getötet. Die Gründe waren zum Beispiel das Beherrschen einer fremden Sprache, das Tragen einer Brille oder der Glaube an eine (beliebige) Religion. Wurde eine Person verhaftet, so wurde sofort die komplette restliche Familie mitverhaftet um einen späteren Racheakt gleich im Keim zu ersticken. Um Munition zu sparen wurden die Gefangenen unter anderem mit Äxten, Beilen oder sogar mit der spitzen Rinde eines heute noch sichtbaren Zitronenbaums ermordet. An manchen Massengräbern kann man heute noch Zähne der Toten erkennen...an besonders regnerischen Tagen angeblich sogar Knochen.

Eingang zu den Killing Fields

Traurig aber bittere Realität - an diesem Baum wurden vor den Augen ihrer Mütter Babys und Kleinkinder erschlagen und anschließend in die Massengräber geworfen


Massengräber

Geisterbaum, an welchem Lichter und Lautsprecher befestigt waren. Oftmals kamen zu viele Gefangene an, um sie sofort umzubringen. Sie wurden dann für eine Nacht in einer Zelle gefangengehalten, die Musik aus den Lautsprechern sollte verhindern, das die Insassen die Schreie der Sterbenden hören konnten.


Die Stupa von Choeung Ek, in der die Schädel und Lumpen mancher Toten aufbewahrt werden...





Danach fuhren wur ins Tuol Sleng Museum, auch als Gefängnis 'S-21' bekannt. Viele Opfer der Killing Fields wurden hier zuvor tagelang verhört und gefoltert. Andere starben im 'S-21' aufgrund der Folter, verhungerten oder starben aufgrund der miserablen Lebensbedingungen.

Das Gelände war ehemals eine Schule, bevor es von den Roten Khmer zum Gefängnis umfunktioniert wurde. In verschiedenen Gebäuden werden größere und kleinere Zellen, Fotos von hunderten von Opfern aber auch gängige Foltermethoden gezeigt. Hab zuvor schon einige Artikel über diese traurige Geschichte Kambodschas gelesen, als ich dann allerdings selber an diesem Ort des Schreckens angelangt bin war es einfach ein unbeschreibliches Gefühl der Trauer und Verständnislosigkeit was hier vor knapp 35 Jahren vorgefallen ist.

Am Eingang

Blick auf den Hof



Der Galgen im 'S-21'

Die Regeln für Gefangene

Zelle und wohl genauso Platz für zahlreiche Folterungen

Eine von hunderten Minizellen, rund zwei Quadratmeter groß

Im Gang eines der Gebäude

Die kambodschanische Landkarte mit Schädeln

Von den etwa 20000 Insassen des 'S-21' überlebten 7, der Rest verlor sein Leben hier oder auf den Killing Fields. Insgesamt verloren während der Schreckensherrschaft der Roten Khmer rund 3 der 8 Millionen Kambodschaner ihr Leben...

RIP