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Freitag, 23. Dezember 2011

Ho Chi Minh City

HeyHey,

nach der vierstündigen Busfahrt erreichten wir Ho Chi Minh City, besser bekannt als Saigon, gegen abend und fanden auf Anhieb unser Hostel. Saigon ist die größte Stadt in Vietnam mit rund 8 Millionen Einwohnern, also weitaus größer als die Hauptstadt Hanoi. Der Verkehr ist noch mal ne Hausnummer hektischer, die meisten der rund 30 Millionen Mopeds in Vietnam haben wir glaube ich hier live gesehen :)

Winzige Gasse mit unzähligen Hostels auf jeder Seite, unter anderem unseres

Der Manager unseres Hostels hat uns erzählt, dass er wie alle anderen Hostels auch monatlich eine Art Schutzgeld an die korrupte Polizei und an die örtliche Mafia entrichten muss. Ein Hostel in dieser Gasse hat das mal nicht gemacht, worauf die Polizei dann sämtliche Gäste des Hotels mitten in der Nacht auf die Straße zur Passkontrolle gebeten hat..unser Manager hat zum Glück gezahlt!

Eine Straße hier zu überqueren war noch mal ein wenig anspruchsvoller als in Hanoi...

jedoch immer wieder sehr spaßig :)

Einer der großen Märtke

Gebührenpflichtiger Moped Parkplatz

Glaub die wollten den See sauber machen, hatten allerdings noch ein gutes Stück Arbeit vor sich...

Typisches Bild einer Straße in Saigon

Financial Center Saigon

Riesenhai

Wiedervereinigungspalast

Im Stadtzentrum

Hat zwar überhaupt nicht ins Stadtbild gepasst, aber dennoch sehr hübsches Spielzeug...

deswegen hier gleich nochmal :)

Abends gings zur Barstraße unweit unseres Hostels, die vollgestopft mit Touristen war...nach ein paar Metern gings los, Bedienungen aus allen Richtungen stürzen sich auf einen, um einen als Gast zu gewinnen. Wenn man Platz genommen hat gings weiter, man wurde minütlich (!) von einem der zahlreichen Straßenverkäufer angesprochen...Zigaretten, Bücher, Drogen, Sonnenbrillen, Schmuck etc. man müsste theoretisch nicht einmal shoppen gehen, eine Stunde Restaurant reicht da voll aus, völlig egal welche Uhrzeit.

Besonders lustig waren die Bücherladies, die vor allem Lonely Planet Guides (Preis etwa 1 Euro pro Stück) hatten. Hab mich mehrmals nach dem Buch 'Der Alchimist' auf deutsch erkundigt, worauf sie immer für kurze Zeit verschwanden (die Bücher liesen sie immer bei uns) und mit einem riesigen Karton voller deutscher Bücher zurückkamen...mein Buch war jedoch nie dabei, allerdings erwarteten sie immer, dass ich nun mindestens ein Buch kauf, da es ja in deustch war...natürlich habe ich die angebotenen Bücher (mein Favorit - 'Sex-Sklaven') nicht gekauft, zum Unverständnis der Verkäuferinnen, da es ja auf deutsch war...  :)))))

In Vietnam gibts nur einen Verein...FC BAYERN!!!!

Am nächsten Tag gings für einen halben Tag nach Cu Chi, ca 70 km nordwestlich von Saigon gelegen. Unser Guide für Bus und die Tunnel war definitiv auf Drogen, hat während der Fahrt plötzlich 'They don't really care about us...' ins Mikro gesungen und ständig Witze über Australier gemacht.

So nun zur nächsten Geschichsstunde...Für diejenigen, die davon noch nichts gehört haben, Cu Chi ist weltweit für seine unterirdischen Tunnelsysteme bekannt, in denen sich der Vietcong erfolgreich gegen die in Saigon stationierte US Army zur Wehr setzen konnte...Die Vietnamesen hatten damals ganze unterirdische Städte um sich vor den Luftangriffen der US Army zu schützen, in diesen Städten gab es sogar Schulen und Krankenhäuser. Die einzelnen Städte waren durch diese Tunnel verbunden, insgesamt ist das System etwa 200 km lang...

Das Gebiet war sehr touristisch angelegt, neben der Tunnelbesichtigung sah man Fallen der Vietcong, verschiedene Eingänge zu den Tunneln, Panzer und vieles mehr. Außerdem konnte man mit verschiedenen Maschinengewehren schiessen, das hat man während der gesamten Tour immer mal wieder gehört. Dazu gabs ein typisches Essen der Vietcong, gekochte Wurzeln, das hat in etwa wie eine sehr trockene Kartoffel geschmeckt. Am Ende gabs natürlich noch ein kleines Filmchen zu sehen...

Erster Halt an einem kleinen Einstiegsloch...waren zwar bestimmt 50 Personen herumgestanden und vielleicht drei konnten versuchen da reinzukommen...hab mich aber vordrängeln müssen um das Wikipedia Bild der Cu Chi Tunnel zu kopieren, die Idee das zu machen hatte ich wie so viele andere auch vor etwa einem halben Jahr daheim :)

Beim Einstieg...

:)

War nochmal ein Stück Schwerstarbeit da wieder rauszukommen

Eine dieser Fallen

Ein paar Szenen, wie es hier vor ca 40 Jahren ausgesehen haben könnte

Unser Guide, hatte irgendwie etwas divenhaftes ansich :)

US Panzer

Weitere Fallen

Vietcongs beim entschärfen einer Bombe

Überall waren winzige Einstiege, allerdings waren die kaum sichbar unter den ganzen Blättern

Hier wurden Frühlingsrollen angefertigt

Danach gings endlich in die Tunnel...

hab das zwar schon alles recht eng erwartet...

allerdings beim besten Willen nicht so eng und dabei wurde dieser Tunnel sogar extra für Touristen vergrößert.

Nach nur zwanzig Metern (für die Mathematiker unter uns also ziemlich genau 1/10^4 des gesamten Tunnelystems) sind wir den erstmöglichen Ausgang völlig verschwitzt wieder raus, da unten wars vergleichbar mit einer feuchten Sauna, Platzangst inklusive

Typische Tunnelratte :)

Einer der zahlreiche Bombenkrater

Raum für Offiziere

Verwendete Munition

Grobe Skizze des Tunnelsystems

:)

Film über eine verwaiste junge Vietnamesin, die den Tod an ihrem Vater rächte...hab nicht gewusst dass man einen einzigen Film derart patriotisch gestalten kann

Am Ausgang gabs natürlich noch den obligatorischen Souvenirshop, auch wenn ich keine Ahnung habe wieso es da sowas zu kaufen gibt :)

Der ist hier überall anzutreffen, Volksheld Ho Chi Minh

Nachmittags besuchten wir das Kriegsmuseum von Saigon, was sich erheblich von dem in Hanoi unterschieden hat. Unter anderem gibt es eine amerikanische und vietnamesische Etage, fand ich sehr gelungen, so sieht man den Wahnsinn des Krieges aus komplett unterschiedlichen Blickwinkeln...

Kriegsmuseum Saigon

Vor dem Museum

Im Erdgeschoss wurde alles was indirekt mit diesem Krieg zu tun hat gezeigt, Solidaritätsbekundungen aus aller Welt (insbesondere von kommunistischen Staaten), demonstrierende Kriegsgegner, Presse aus aller Welt...

Eine komplette Wand war mit Solidaritätsbekundungen der DDR dekoriert


Kuba's Solidarität

Amerikanische Märtyrer gegen den Vietnamkrieg

 Vorher - nachher Bilder

Originalaufnahmen


Es gibt auch einen Raum, in dem die Auswirkungen des von den Amerikanern verwendeten Gifts Agent Orange auf Mensch und Natur gezeigt wurden. Das konnte und wollte ich mir allerdings nicht ansehen, speziell in Saigon haben wir öfters sehr entstellte Menschen gesehen, die knapp 40 Jahre später immer noch an diesen Folgen zu leiden haben....das ist richtig hart anzusehen

Auf den beiden anderen Etagen gab es jede Menge Zitate, Tagebuchausschnitte oder Berichte von Soldaten und Überlebenden, Kriegsbilder...manches davon war ziemlich ergreifend


Links die Unabhängigkeitserklärung der USA, rechts diverse Kriegsgreuel der GI's

 Ansprache Ho Chi Minhs

 Bombardements der US Army in Vietnam

 Aufwand der US Army in verschiedenen Kriegen im 20ten Jahrhundert



Nun wars Zeit GOODBYE VIETNAM zu sagen, abends buchten wir den Bus nach Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas...am nächsten morgen gehts los. Drückt mir die Daumen, dass an der Abzocke-Grenze zu Kambodscha alles gut abläuft, danke...

Bei mir ists jetzt übrigens 0.45 Uhr, dass heißt ich darf euch allen ein frohes Weihnachtsfest wünschen :)

Bis bald
euer Manu


Mittwoch, 21. Dezember 2011

Mui Ne

Ich bins wieder,

am frühen morgen verließen wir Nha Trang um abermals mit dem Bus zum nächsten Halt, Mui Ne, zu gelangen...die Fahrt von vier Stunden war für uns nach all den ewiglangen Transfers so gut wie gar nichts, dazu wars endlich überall sonnig und richtig heiß. Mui Ne ist bekannt für den Fischfang und die Produktion einer speziellen Fischsoße. Seit einiger Zeit wird allerdings auch der Tourismus stark gefördert, so sieht man hier wie zum Beispiel auch auf Cat Ba Island zahlreiche Baustellen für neue Hotels, Hostels oder Resorts...

Dort angekommen wars mit der Sonne erstmal vorbei, Platzregen und den restlichen Tag über bewölkt, laut Wettervorhersage sollte es auch so bleiben. Naja was will mer machen, überlegten uns dann, am nächsten Tag gleich weiter nach Saigon zu fahren, aber siehe da....die Sonne kam raus. Die nächsten drei Tage wars selten unter 30°, dazu so gut wie immer sonnig. Im Hotel, das einen Pool hatte und direkt am Meer lag, wars dementsprechend wie im Paradies...

Am Pool...

Frühstück am Pool, was will man mehr

Regel 13 ist der Hammer :)

Die Abende verbrachten wir immer in einer der zahlreichen Strandbars, spielten Billard bei ein paar Bier oder trafen andere vom Backpacker-Volk, natürlich oft diesselben wie in Hanoi, Hoi An oder Nha Trang. Auf den Straßen wurde man ebenso wie überall in Vietnam mit 'Motobike, cheap cheap' angesprochen...neu waren hier allerdings die ständigen Angebote für Marihuana oder Kokain...

Nach zwei sehr ereignisarmen und an Faulheit nicht zu überbietenden Tagen, man könnte fast sagen Häbi-Holidays :) , gings am letzten Tag früh um fünf auf eine Jeep Tour...

Glaub so früh bin ich in meinem Leben noch nie aufgestanden, war ca 4.30 Uhr

An der weißen Düne, extra für den Sonennaufgang, diese war aber leider in Wolken verhüllt

Trotzdem ein schönes Fleckchen Erde...

Frohe Weihnachten Hunde Klaus :)

Wär lustig gewesen, war aber annähernd so teuer wie daheim, also sind wir gelaufen

Landschaft um Mui Ne herum

Danach gings zur nächsten Düne, diese war allerdings ziemlich mit Touristen überschwemmt...

War im Endeffekt dasselbe...

nur eben in rot :)

Nächster Halt am Fischerdorf, Hochbetrieb um 7 Uhr morgens...

Sehr malerisch :)

Hat mich ein bisschen an Malta erinnert, auch wenn das für mich ewig her ist. Sigi du weißt bestimmt welchen Ort ich meine

Vietnamesen sitzen im übrigen nie auf dem Boden, hocken immer und überall in dieser Position...

Typisches Fischerboot

Überall lagen tote Krabben


Das absolute Highlight kam danach und recht unerwartet beim 'Fairy Stream', da wir die Tour eigentlich nur wegen den Dünen machen wollten. Hier läuft man durch eine 10 cm Hohe Brühe (manchmal jedoch auch mit versteckten Löchern) und sieht links wie rechts seltsame Steinformen. Kleine Kinder, die seltsamerweise besser englisch konnten als die meisten Erwachsenen hier, bieten sich auf dem Weg bis zum Eingang als Guide an und verweisen auf die enormen Gefahren dort. Als mittlerweile erfahrene Backpacker wollten wir uns den Gefahren wie Wasser, Gras oder sogar Sonne jedoch alleine stellen und gingen heldenmutig auf eigene Faut los :D

Der letzte Satz war natürlich ironisch ;)


Klassiker mittlerweile...

Tripod :)
Fast wie in einer Tropfsteinhöhle, nur eben außen


Dann erreichten wir einen überaus wunderschönen kleinen Canyon










Und zum Schluss nochmal von oben :)

Normalerweise war noch eine Besichtigung der Fischsoßenproduktion geplant, allerdings hatte unser Fahrer offensichtliche Probleme mit dem Gesetz, wollte oder konnte uns jedenfalls keine genaue Auskunft geben. Wir sind dann auf dem Rückweg alle 50 Meter in eine Einfahrt links oder rechts gefahren, wobei wir im Jeep warten sollten, während er wild in der Gegend herumtelefoniert hat und die Straße heimlich nach Polizei abgesucht hat. Naja für den Preis wars trotzdem in Ordnung, zahlten insgesamt etwa 15 Euro für nen sechsstündigen Privatjeep und nach der Polizeigeschichte und der sehr kurzen Nacht wollten wir sowieso schnellstmöglich wieder zurück zu unserem Hotel. 

Am frühen Nachmittag gings mit dem Bus ins wiederrum etwa vier Stunden entfernte Saigon, der größten Stadt Vietnams...

Adieu